Gespräche in der Nachbarschaft: „Die Rübe“ gibt’s nun auch „to go“

19.02.2021

Horrem
Die Mitarbeiter der Jugendeinrichtung „Die Rübe“ haben eine neue kreative Möglichkeit gefunden, um mit Jugendlichen in Kontakt zu treten. Als „Rübe to go“ startete das Projekt, das aufsuchende Jugendarbeit anbietet, im Quartier in Horrem. Da bei machen sich Andreas Stefen, Leiter der Jugendeinrichtung und seine drei Kollegen auf den Weg durch den Ort, um die Jugendlichen an markanten Plätzen zu treffen. „Mit dieser aufsuchenden Jugendarbeit gehen wir offensiv auf die Jugendlichen zu, denn der persönliche Austausch ist ein zu großes Bedürfnis“, sagt Stefen.
Unter Einhaltung aller Sicherheitsbedingungen finden die Kontakte direkt dort statt, wo die Jugendlichen wohnen. Eine halbe Stunde vor Beginn schreiben die Mitarbeiter über Instagram, wo sie an zu treffen sind. „Wir treffen uns nicht als Gruppe, sondern nur einzeln und mit Abstand. Das ist keine Veranstaltung“, betont Stefen. Von den Jugendlichen wird das neue Angebot sehr gut aufgenommen. Viele kommen zur Haustür, manche ans Fenster oder auch nach draußen, um die Betreuer zu sehen. „Die Jugendlichen freuen sich unheimlich und erzählen uns, was sie beschäftigt“, berichtet Stefen. „Über die Schule, die Situation zu Hause, Freundschaften, Bewerbungen oder Dinge, die sie in der Krise erleben. Man merkt, sie wollen gehört werden, denn sie erzählen voller Inbrunst, Lust und Leidenschaft“. Seit gut zwei Wochen sind Stefen und seine Kollegen dreimal in der Woche mit der „Rübe to go“ unterwegs und kooperieren da bei auch mit den beiden Streetworkern vor Ort. Der Gesprächsbedarf bei den Jugendlichen ist groß. „Der Mensch hat das Bedürfnis mit anderen Menschen direkt zu reden, er braucht eine Resonanz, auch auf körperlicher Ebene“, meint Andreas Stefen. Körpersprache, Mimik und Gestik seien ganz wichtige Elemente im Austausch mit einander. „Wir zeigen den Jugendlichen, dass sie gewertschätzt und nicht vergessen werden.“
Digitale Angebote laufen in der Rübe schon seit Beginn der Pandemie und werden auch sehr gut angenommen. Mit der „Rübe to go“ habe man nun ein weiteres Angebot geschaffen, das sich am konkreten Bedarf der Zielgruppe orientiere. „Es ist ein großes Privileg, die Freiheit zu haben, auf den konkreten Bedarf reagieren zu können“, findet Stefen. „Die Diakonie als Träger ermöglicht uns, viel freier agieren zu können als eine Schule beispielsweise. Und die Stadt unter stützt uns super, das ist auch nicht selbstverständlich. Nur deshalb kann es diese vielfältigen Möglichkeiten in Dormagen geben.“ Auch nach Ende der Pandemie könne es die „Rübe to go“ weiter geben, wenn der Bedarf da sei.

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